10.05.2010 - Aktuelle GOÄ-Urteile

 

Computernavigaion nicht zusätzlich berechenbar

Der BGH hat mit Urteil vom 21.01.2010 (Az: III ZR 147/08) entschieden, dass es sich bei dem Einsatz eines computerunterstützten Navigationssystems im Rahmen einer Knie-TEP lediglich um eine besondere Ausführung der abzurechnenden Zielleistung (hier Ziffer 2153 GOÄ) handelt und damit gemäß § 4 GOÄ eine Berechnung mit einer eigenen Ziffer (hier A2562 GOÄ) nicht möglich ist.

Mit dieser höchstrichterlichen Entscheidung dürfte die rechtliche Durchsetzung einer zusätzlichen GOÄ-Ziffer auch in allen sonstigen Einsatzbereichen der Computernavigation (z.B. bei Hüft-TEP oder Wirbelsäulen-Operationen) nahezu unmöglich sein.

Um dem erhöhten Aufwand bei Einsatz dieser Technik dennoch Rechnung zu tragen, empfehlen wir für die Zielleistung (hier Ziffer 2153 GOÄ) mit dem Patienten eine Honorarvereinbarung nach § 2 GOÄ abzuschließen. Mit der Faktorerhöhung über dem 3,5fachen Satz kann dabei die Honorarlücke, die durch den Wegfall der Ziffer A2562 entsteht, geschlossen werden. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Patient für diese erhöhten Faktoren ggf. keinen Erstattungsanspruch gegenüber seiner Versicherung hat. Bei Fragen stehen wir natürlich gerne zur Verfügung.

 

Joachim Zieher
Geschäftsführender Gesellschafter

Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH

Abrechnungsexperte

Seit 1996 im Dienste des Arztes