14.09.2017 - Fahrplan neue GOÄ steht ...

...wenn es nach dem Verhandlungsführer der Bundesärztekammer, Herrn Dr. Klaus Reinhard geht. 

Demnach soll bereits im September ein von allen Verhandlungspartnern (BÄK, PKV und Beihilfe) konsentiertes und bepreistes Gebührenverzeichnis vorliegen, dass dann der neuen Bundesregierung über den neuen (alten?) Gesundheitsminister zur Prüfung und Abstimmung mit dem Bundesrat vorgelegt wird. Dann könnte alles ganz schnell gehen und bereits ab 01.01.2018 ärztliche Leistungen über die neue GOÄ abgerechnet werden müssen.

 

Was das für die ärztlichen Leistungserbringer bedeutet? Zumindest erst einmal mehr Arbeit, denn die neue GOÄ soll über 80% mehr Leistungspositionen (inklusive der Zuschläge (über 1.500?), die weitestgehend das Regulativ der Faktorsteigerung ablösen soll) enthalten. Statt bisher 2916 Ziffern werden es dann wohl 5360 Ziffern sein.

 

Auch die einzelnen Abschnitte wurden neu konzipiert. So wurden u.a. alle operativen Leistungen in den Abschnitt L Chirurgie verlagert. Auch die der Gynäkologie oder HNO.

 

Viele Leistungslegenden wurden überarbeitet, obsolete Leistungen entfernt und etliche bislang nur „analog“ abrechenbare Leistungen neu mit aufgenommen. Dies alles unter Einbeziehung der ärztlichen Berufsverbände und wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften, wie dies – zurecht – immer wieder gefordert wurde.

 

Am Ende soll die GOÄneu aber auch mehr Geld für die ärztlichen Leistungserbringer bedeuten. 6,4% mehr sollen es werden, im Schnitt wohlgemerkt. Welche Fachbereiche zu den „Gewinnern“ und welche zu den „Verlierern“ zählen werden?

 

Herr Dr. Reinhard wird es vermutlich schon wissen.

 

 

Joachim Zieher
Geschäftsführender Gesellschafter
Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH
Abrechnungsexperte, seit über 20 Jahren im Dienste des Arztes