10.06.2015 - Effektive Abrechnungslegung

 

Die Privatabrechnung muss im Gegensatz zur Kassenabrechnung nicht quartalsweise erfolgen

Erfahrungsgemäß werden aber häufig die Privat- und Kassenabrechnung in der Praxis zusammen an einem Tag durchgeführt. Dies ist der Natur der Sache geschuldet, denn oft nimmt man sich an einem Tag die Zeit, um die komplette Abrechnung abzuwickeln. Der Arzt sollte immer mit einem finalen Blick diese "beiden" Abrechnungen prüfen, denn es handelt sich um sein Honorar des letzten Quartals!
Eine monatliche (auch wöchentliche) Privatabrechnung ist aus unserer Sicht effektiver und verschafft dem Arzt/der Praxis viele Vorteile.

Da "beide" Abrechnungen sehr unterschiedlich bearbeitet werden und auch
unterschiedliches Fachwissen in Anspruch nehmen, ist es sinnvoll, diese voneinander gedanklich/zeitlich zu trennen. Üblicherweise folgt die Privatabrechnung nach der Kassenabrechnung (in der Regel das "Haupteinkommen"), somit kann es sich ergeben, dass für die Privatabrechnung weniger Zeit übrig bleibt und dies zu einer unnötigen Fehlerquelle führt. Eine gedankliche/ zeitliche Trennung der Abrechnungen ist daher sinnvoll.

Eine häufigere Rechnungsstellung stärkt die Liquidität und somit eine größere Unabhängigkeit, z.B. von Banken.

Bei einer quartalsweisen Abrechnung bekommt der Patient im Extremfall die
Rechnung erst nach mehr als 3 Monaten, – je mehr Zeit von der Behandlung zum Rechnungsempfang vergeht, desto schlechter ist die Zahlungsmoral der Patienten (der Kassen) und es kann eher zu Monierungen der Leistungen kommen. Eine zeitnahe Rechnungslegung stärk somit auch das Arzt-Patienten Verhältnis.

Ein weiterer Punkt, den ich gerne anspreche, ist die durchgehende Berechnung.
Üblich wird erst nach Ablauf der ganzen Behandlung eine Rechnung gestellt.
Dies macht bei überschaubaren Zeitrahmen sehr wohl Sinn, bei längeren Behandlungen ist aber eine Zwischenabrechnung anzustreben, da dem Patient (seiner Kasse) nicht der volle Betrag in Rechnung gestellt wird, sondern "nur" ein Teil, führt dies wieder hin zu einer besseren Zahlungsmoral und niedrigeren Einspruchsquote der Versicherungen.

 

Lukas Meindl
Master of Science
Unternehmensführung
Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH