22.02.2012 - Mehrfachansatz der Ziffer 801

 

 

Die Debeka Krankenversicherung hat einen erheblichen Wirbel bei unseren Kunden aus den Bereichen Neurologie und Psychiatrie verursacht. Beanstandet werden der mehrmalige Ansatz der Ziffer 801 sowie der regelhafte Ansatz der Ziffern 801,804 und 806.

Problematisch ist, dass die GOÄ keine formalen Beschränkungen zur Häufigkeit des Ansatz der Ziffern 801 und 806 enthält, so dass zwangsläufig die Interessenvertreter der Ärzte und Versicherungen aneinander geraten.

Die Berufsverbände der Nervenärzte, Neurologen und Psychiater stellt sich hier eindeutig auf die Seite der Ärzte und hat zu dieser Problematik die BÄK eingeschaltet. Diese hofft in ihrem Schreiben v. 04.10.2011, dass die 
Debeka aufgrund der Stellungnahme der BÄK ihr Erstattungsverhalten ändert, was aber leider nur bedingt der Fall ist.

In einem aktuellen Fall haben wir auf die Schreiben der BÄK und des Berufsverbandes verwiesen, die auf ein Urteil des BGH aus dem Jahr 2003 verweisen, wonach der BGH ausdrücklich dem Arzt die Kompetenz der Entscheidung übertragen hat, zu entscheiden wie oft diese Leistungen notwendig sind. Besonders im Hinblick auf chronischen Erkrankungen mit wechselnden Krankheitsverläufen sind regelmäßige Untersuchungen medizinisch notwendig (Medikation!), so dass der mehrfache Ansatz der Ziffer 801 gerechtfertigt ist.                  
Die Debeka argumentiert dagegen, dass im erwähnten Urteil der Patient an einer bipolaren affektiven Störung litt, bei der auch die Debeka einen weiteren Ansatz der strittigen Ziffern akzeptiert hätte und bittet deswegen um Übersendung der Patientendokumentation.

Wie es aussieht, wird es weitere Schwierigkeiten in dieser Richtung mit der 
Debeka Krankenversicherung geben, somit werden eventuell noch weitere gerichtliche Auseinandersetzungen notwendig, um ein Einlenken der Versicherung zu erwirken.

 

Christa Engel
Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH