20.02.2011 - HONORAR FOLGT DER DOKUMENTATION

 

 

Nachdem unter dem Deckmantel des Zielleistungsprinzips immer häufiger Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen die Erstattung von Leistungen verweigern, kommt der Dokumentation der erbrachten Leistungen eine immer größere Bedeutung zu.

Eigentlich ist der OP-Bericht dafür da, die medizinischen Sachverhalte im Rahmen der Operation zu dokumentieren, vor allem Besonderheiten. Dies war schon immer auch aus haftungsrechtlichen Gesichtspunkten geboten. Hierzu stellte im Jahr 1999 der BGH fest, dass eine Dokumentation, die aus medizinischer Sicht nicht erforderlich ist, auch aus Rechtsgründen nicht geboten ist. Dennoch werden die Ärzte zunehmend auch von der Gerichtsbarkeit gezwungen, den OP-Bericht so abzufassen, dass ihre berechtigte Honorarforderung auch durchsetzbar ist.

Immer häufiger ist in Klageverfahren das ausschlaggebende Moment, ob aus dem vorgelegten OP-Bericht die eigenständige Indikation der zusätzlich neben einer anderen berechneten und anerkannten Leistung hervorgeht. Zuletzt wurde diese „Herangehensweise“ auch durch das BGH-Urteil vom 21.01.2010  bestätigt.

Um hier also nicht ins Hintertreffen zu geraten, empfehlen wir, im OP-Bericht neben dem „Was“ operiert wurde auch immer das „Warum“ zu beschreiben. Sollte dies im Einzelfall im OP-Bericht nicht „deutlich“ erkennbar sein, bleibt immer noch die Möglichkeit, durch zusätzlich dem Gericht vorzulegende Unterlagen (Befunde, Krankenblatt, Histologie, Röntgenaufnahmen etc.) den Nachweis der eigenen Indikation für diesen zusätzlichen Eingriff zu führen.

Ein möglichst erfolgreiches Honorarklageverfahren sollte also immer gut vorbereitet sein.

 

Joachim Zieher
Geschäftsführender Gesellschafter

Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH

Abrechnungsexperte

Seit 1996 im Dienste des Arztes