25.02.2010 - Private Krankenversicherung mit Zukunft

 

 

Mit Übernahme der Amtsgeschäfte durch die neue Regierung wurde gemäß Koalitionsvertrag auch eine Kurskorrektur in der Gesundheitspolitik vollzogen. Vor allem das Bekenntnis zur privaten Krankenversicherung muss als starkes Signal für den Erhalt dieses Versicherungszweiges und damit weitgehend gesicherter Einkommen der Ärzte gewertet werden. Auch sonst finden sich im neuen Koalitionsvertrag einige zum Teil konkret und zum anderen Teil doch noch sehr „allgemein“ formulierte Ansätze, um diesen in den letzten Jahren doch sehr stark benachteiligten Zweig eine zukunftsträchtige Perspektive zu geben.

Konkret wurde im Koalitionsvertrag festgelegt, dass die seit einigen Jahren geltende 3-Jahres-Frist für den Übertritt von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wieder auf ein Jahr reduziert wird. Dies erleichtert den Wechsel in die private Krankenversicherung und beschert damit sicherlich auch den Praxen den ein oder anderen neuen privat versicherten Patienten.

Auch die Novellierung der GOÄ bzw. GOZ fand in dem Vertrag Berücksichtigung. Hier wurde man allerdings wenig konkret, sondern hat sich nur auf den Nenner geeinigt, dass die GOÄ/GOZ an den aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst werden soll und dabei Kostenentwicklungen berücksichtigt werden. Wie und wann das Ganze geschehen soll, bleibt offen. Frau Dr. Klackow-Frank von der Bundesärztekammer äußerte sich im Rahmen ihres Vortrages beim ersten Kongress für Privatmedizin in Köln skeptisch, dass hier eine schnelle Einigung, vor allem aus Kostengesichtspunkten, möglich sein wird. Es ist auch abzuwarten, ob die von der PKV gewünschte „Öffnungsklausel“, welche bereits in der letzten Legislaturperiode für die Bearbeitung der GOZ vorgesehen war, tatsächlich in eine neue Gebührenordnung Einzug nehmen wird.

Der Basistarif bleibt „unter Beobachtung“, wenngleich dieser bei der aktuellen Ausgestaltung wohl kaum große Relevanz für die private Krankenversicherungswirtschaft entfalten wird. Die neue Koalition hat nun vier Jahre Zeit zu zeigen, ob sie es mit dem überfälligen Umbau des Gesundheitswesens erst meint, oder ob nicht am Ende wieder nur lamentiert wird.

 

Joachim Zieher
Geschäftsführender Gesellschafter

Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH

Abrechnungsexperte

Seit 1996 im Dienste des Arztes