25.02.2010 - Röslers Kopfprämie - Todesstoß für die PKV

 

 

Wer die aktuelle Diskussion über die von Gesundheitsminister Rösler geforderte Kopfprämie verfolgt, wundert sich über die dort immer wieder genannten Monatsbeträge je Mitglied, die zwischen 100 und 160 Euro schwanken. Sollte sich das GKV-System tatsächlich auf der Basis dieser Beiträge je Versicherten GKV-Patienten (natürlich inklusive der Beiträge für mitversicherte Partner und Kinder) realisieren lassen, käme dies beinahe einem Todesstoß für die Vollversicherung der PKV nahe.


Natürlich bietet auch die private Krankenversicherung entsprechend günstige Prämien mit Beiträgen bis zu 300 Euro pro Monat an (auch hier würde ja der Arbeitgeber mit ca. 50 % sich im Regelfall daran beteiligen), doch diese Tarife haben meist große Einschränkungen, so z. B. sehr hohe Selbstbehalte pro Jahr oder die Maximalerstattung zu einem unter dem Schwellenwert der GOÄ liegenden Faktor. Ob die in die private Krankenversicherung wechselwilligen Patienten dieses Risiko von hohen Selbstbehalten dann noch tragen werden, bleibt offen. Für die Ärzteschaft wäre dies insofern ebenfalls bitter, da erfahrungsgemäß die Patienten versuchen evtl. durch Absprachen mit dem Behandler Selbstbehalte zu vermeiden, indem mit dem Arzt vor der Behandlung bereits ausgehandelt wird, dass eine Rechnungsstellung nur zu dem Höchstsatz, zu dem der Patient versichert ist, erfolgen wird. Damit hätte Ulla Schmidt posthum ihr Ziel doch noch erreicht, nämlich die sukzessive Angleichung der Privathonorare an den EBM.

 

Joachim Zieher
Geschäftsführender Gesellschafter

Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH

Abrechnungsexperte

Seit 1996 im Dienste des Arztes