11.11.2009 - ABGEBROCHENE LEISTUNGEN BERECHENBAR?

 

 

Im Gegensatz zum EBM ist in der Privatabrechnung auch für abgebrochene Untersuchungen eine Berechnung nach GOÄ zulässig. Voraussetzung ist allerdings, dass die Leistung nicht etwa aufgrund eines technischen Defekts oder einer falschen Einstellung von Geräten abgebrochen werden musste, sondern der Grund für den Abbruch beim Patienten lag (z. B. Beklem-mungen des Patienten im Rahmen einer MRT-Untersuchung).

In diesem Fall gibt es unterschiedliche Ansätze wie diese abge-brochene Leistung nach GOÄ zu berechnen ist. Zum einen besteht die Möglichkeit auf eine niedriger bewertete Position aus-zuweichen, soweit für die durchzuführende Untersuchung unterschiedlich bewertete Gebührenordnungspositionen in der GOÄ vorgesehen sind (z. B. Gelenk-MRT). Besteht diese Möglichkeit nicht, muss auf die Tarif-Nummer zurückgegriffen werden, die bei vollständiger Leistungsabrechnung berechnet worden wäre. Da die Leistung nicht vollständig erbracht werden konnte, muss dieser Umstand bei der Bewertung der jetzt analog zur Anwendung kommenden Gebührenposition, z. B. mit einem nied-rigeren Steigerungsfaktor, berücksichtigt werden. Nicht selten ist aber gerade eine abgebrochene Leistung aufwändiger (weil ja zuallererst versucht wird, die Leistung vollständig zu erbringen) als eine regulär zu Ende gebrachte Leistung. Dann wäre natür-lich auch die Berechnung mit dem Schwellenwert und sogar mit einem erhöhten Faktor unter Angabe einer Begründung möglich.

In jedem Fall muss aber die abgerechnete Leistung mit dem Zusatz z. B. „unvollständig erbrachte Leistung wegen ....“ in die Rechnung mit aufgenommen werden.

 

Joachim Zieher
Geschäftsführender Gesellschafter

Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH

Abrechnungsexperte