11.11.2009 - AUFKLÄRUNG DURCH TELEFONAT ZULÄSSIG

 

Es ist zulässig, dass ein Anästhesist den Vater einer minderjährigen Patientin über die Operation telefonisch aufklärt. Der BGH verlangt die Aufklärung ein vertrauensvolles Gespräch zwischen Arzt und Patient (BGH Versicherungsrecht 1985, 361/362).

Die Verwendung von Informations- und Merkblättern ist nicht ausgeschlossen, diese sind auch durch-aus üblich und für die Beteiligten vorteilhaft, sie vermögen jedoch das Gespräch nicht zu ersetzen. In einem Aufklä-rungsgespräch kann sich der Arzt davon überzeugen, dass der Patient die Hinweise und Informationen verstanden hat, zudem gibt ein Gespräch die Möglichkeit auf individuelle Belange des Patienten einzugehen und eventuelle Fra-gen zu beantworten (BGH NJW 2000, 1784 Rn-Nr. 39). Diesem Belangen kann allerdings nicht nur in einem persönli-chen 4-Augen-Gespräch Rechnung getragen werden, auch in einem Telefonat kann sich der Arzt anhand der Reaktion und durch Nachfrage davon überzeugen, dass der Patient die wesentlichen Punkte verstanden hat.

Die Revision wurde zugelassen.

OLG München, Urteil vom 04.06.2009 1 U 3200/08

 

Florian Braitinger
Rechtsanwalt

Fachanwalt f. Medizinrecht
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