15.02.2019 - Lauterbach: „Ärzte zu oft auf dem Golfplatz“

Er kann es nicht lassen, den Berufsstand Arzt (ich sage bewusst nicht seinen Berufsstand, denn er ist für mich schon längst kein Arzt mehr) zu desavouieren und zu verunglimpfen.

Wie anders könnte ich seine Aussage interpretieren, im Zusammenhang mit den unmöglichen Forderungen aus dem TSVG (siehe letzten Infobrief), wenn er sagt, dass „viele Ärzte (...) weder Mittwoch, noch Freitag an den Nachmittagen arbeiten“. Und seine abschätzende Originalbemerkung dazu sagt alles: „Der ein oder andere Arzt wird ab Mittwoch Nachmittag auf dem Golfplatz gesehen“.
Quelle: Nürnberger Zeitung 21.12.2018

In diesem Zusammenhang seien mir wieder einmal einige Zitate aus Lauterbach's Veröffentlichungen erlaubt: „Einer der Gründe warum die von ihm geforderte Bürgerversicherung (die ab dem 1. Tag nach einer SPD geführten Bundesregierung [Originalton Lauterbach] eingeführt wird) nicht kommt, ist die Tatsache, dass „die meisten Politiker, Ministerialbeamten, Top-Journalisten, Professoren und Unternehmer“, diejenigen also, die den politischen Druck gegen die einflussreichen Lobbyisten der Privilegierten aufbauen könnten, selbst zu den Privilegierten gehören. Nur im Ausnahmefall werden sie sich für die Formen stark machen, durch die sie eigene Vorteile einbüßen!

In seiner Attacke gegen die das Zweiklassensystem aufrecht erhaltenden privilegierten Bevölkerungsgruppen geht er sogar soweit, dass er behauptet, dass „viele einflussreiche Leute (Anmerkung: das sind aus seiner Sicht die Privilegierten), sowie die ihnen nahe stehenden Zeitungs- und Fernsehredakteure verlangen, flankiert vom Gutachten willfähriger Professoren, vom Staat genau die Reformen zu bekommen, die sie im Hintergrund selbst blockieren.
Quelle: „Der Zweiklassenstaat“ (Wie die Privilegierten Deutschland ruinieren), Seite 187/188.

Er behauptet sogar, dass die Privilegierten (sprich Privatpatienten) „fast explosiven Zugang zu Spezialkliniken und Spitzenärzten …“ genießen. Und er geht sogar so weit – und diese Unterstellung ist meines Erachtens für die deutsche Ärzteschaft untragbar – „dass ein Kassenpatient, der etwa an Krebs leidet (...) eine weitaus geringere Chance(...) hat, optimal versorgt zu werden“.
Quelle: Cover, seines Buches: „Gesund im kranken System“, Rückseite.

 

„Ärzte sind keine ‚Götter in Weiß‘. Sie sind Menschen und als solche Heiler aus Profession. Sie praktizieren als Teil unserer Gesellschaft und unterliegen somit den gleichen Irrungen und Hoffnungen, Fehlern und Illusionen wie unsere gesamte Kultur. Sie sind als Teil der Kultur so gut oder schlecht wie unsere Kultur.“

„Warum gibt es jetzt diese subtile Form von Rache, statt dass wir aufbrechen zum humanen Fortschritt der Medizin?“

„Arzt-Sein und Gesellschaft existieren als Einheit in einer untrennbaren Wechselbeziehung. Wenn sich unsere Kultur zu hassen beginnt, rächt sie sich an ihren Ärzten. Wenn sie sich zu lieben beginnt, achtet sie ihre Ärzte.“

Quelle: Ärzte. Warum quälen wir sie?
Perspektiven und Positionen zur Zukunft der Medizin in Deutschland. Herausgeber: Friedrich Christoffer, MEDISTAR Systeme für Ärzte

 

Dr. rer. pol. Rudolph Meindl

Diplomkaufmann

Öffentlich bestellter (bis zum 70 Lebensjahr) und vereidigter Sachverständiger für die Bewertung von Arzt- und Zahnarztpraxen.