12.12.2018 - Einheits-Honorarsystem vs. GOÄ-Novelle

Bis Ende 2019 soll ja bekanntermaßen eine vom Gesundheitsministerium eingesetzte Gebühren-Kommission für den ambulanten Bereich ein „modernes“ Vergütungssystem erarbeiten. Unabhängig davon ringen Bundesärztekammer und Verhandlungspartner PKV/Beihilfe seit Jahren um einen Konsens zur Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte sowie die KBV an einer umfassenden EBM-Reform. Zusätzlich befasst sich auch noch eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe mit der Entwicklung einer sektorübergreifenden Versorgung, also einer besseren Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung, für die wiederum ein (eigenes?) Vergütungssystem gefunden werden muss.

Viel Aktionismus – aber wofür? Für die Vorbereitung einer Bürgerversicherung? Oder doch nur „faule Kompromisse“ der Politik, um Handlungs- und Gestaltungsfähigkeit trotz ideologischer Gegensätze vorzutäuschen?

Natürlich erscheint es erstrebenswert, dass eine vergleichbare medizinische Leistung auch annähernd gleich vergütet wird, unabhängig davon, ob diese ambulant oder stationär erbracht wurde oder unabhängig, aus welchem „Topf“ die Vergütung erfolgt. Transparenz sollte dabei ein gewichtiger Leitgedanke sein. Pauschalierte oder gar gedeckelte Systeme sind dafür wenig geeignet. Umso wichtiger erscheint es, die GOÄ-Novelle zügig zu einem Abschluss zu bringen, da das ihr zugrunde liegende Vergütungssystem mit seinem Fokus auf Einzelleistungen eine echte betriebswirtschaftliche, jederzeit nachprüfbare und anpassungsfähige Kalkulation erbrachter Leistungen ermöglicht.

Außerdem wird man auf eine GOÄ auch in Zukunft nicht verzichten können, denn für die Vergütung ärztlicher Leistungen, die nicht in den Rahmen „gesetzlicher Programme“ fallen, wird es auch einen gesetzlichen „Rahmen“ geben müssen.

Joachim Zieher