11.12.2017 - 18% mehr Honorar in 4 Jahren!

UV-GOÄ-Ergebnis als Signal an die GOÄ-Verhandler?

Zum 01.10.2017 wurde die Vergütung in der UV-GOÄ für die Behandlung von Arbeitsunfällen um 8% (!) angehoben. Eine weitere Steigerung um jeweils 3% in den nächsten 3 Jahren ist ebenfalls beschlossen, so dass die Ärzte in den nächsten 4 Jahren mit insgesamt 18% mehr Honorar rechnen dürfen.

Dieses Ergebnis könnte ein Fingerzeig in Richtung der Akteure sein, die derzeit um eine angemessene Bewertung der Leistungen einer GOÄneu ringen. Leider haben sich aber die Verhandlungspartner schon sehr früh darüber verständigt, dass die GOÄ-Novelle nur 5,8% (+/- 0,6%) mehr Honorar für die Ärzte bzw. mehr Ausgaben für die Kostenträger und Patienten bringen darf. Und dies trotz (mind.) 22 Jahren Bewertungs-Stillstand!

Der durch Ärzte und PKV zu Beginn der Verhandlungen erhobene Anspruch einer „betriebswirtschaftlichen Kalkulation“ aller Leistungen wurde damit schon sehr früh aufgegeben, denn wie kann eine Kalkulation „betriebswirtschaftlich“ erfolgen, wenn die Höhe der maximal erzielbaren Erlöse bereits festgeschrieben ist, aber die Leistungserbringer auf die Kosten(entwicklung) nur sehr begrenzt Einfluss haben. Das Regulativ in diesem Spiel heißt „betriebswirtschaftlicher Gewinn“, das als Polster bei steigenden Kosten und stagnierenden Erlösen wird herhalten müssen. Natürlich lässt sich auch der (Gesamt-)Gewinn unter solchen Bedingungen durch Mehrarbeit vermutlich weiter steigern. Auf die „ärztliche Arbeitsstunde“ heruntergerechnet wird er sich dennoch tendenziell negativ entwickeln.

Völlig unaufgeregt kam da vergleichsweise die Anhebung der Vergütung der UV-GOÄ um 8% daher. Und Planungssicherheit durch weitere Anhebungen in den nächsten Jahren wurde den Akteuren ebenfalls gegeben. Vielleicht wäre das ja auch ein Modell für die „alte“ GOÄ, denn wer weiß, wie lange die Verhandlungen über eine GOÄ-Novelle noch andauern werden.

 

Joachim Zieher