14.09.2017 - Rot-Rot-Grün - auf keinen Fall!

... Oder - was passiert, wenn Schulz und im Schlepptau mit ihm Lauterbach, sowie Wagenknecht und Özdemir an die Macht kommen?

 

Die Wahl steht vor der Tür und ich mache mir sehr ernsthafte Gedanken darüber, was den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten angetan wird (ja, ich spreche von antun), wenn Schulz, in seinem Schlepptau sein „Professor Lauterbach“ im Kontext mit Wagenknecht und Özdemir, für die nächsten vier Jahre das Sagen haben würde.

 

Dieses Szenario hat aus meinem subjektiven Winkel insofern eine existenzbedrohende Dimension, weil den beiden roten SPD-Politikern doch die dunkelrote Linke als Handlanger bei den Enteignungsbemühungen und den sich daraus ergebenden Sozialisierungsmaßnahmen der niedergelassenen Ärzte zur Hand gehen würde.                                                                    
Vorab gefragt: Was spricht angesichts dieses „Schreckensszenarios“ gegen eine Politisierung Ihres Wartezimmers?

 

Um ganz sicher zu gehen, dass ich bei meiner subjektiven Einschätzung dieses Zukunftsszenarios nicht falsch liege, habe ich mich in die Gedankenwelt des Herrn Professor Lauterbach hineingelesen. Dazu musste ich mir das Buch „Gesund im kranken System“ kaufen. Allein schon, dass Lauterbach auf dem Cover als Untertitel „Ein Wegweiser“ angibt, zeigt was er will, nämlich den Weg in die Enteignung und die Sozialisierung der deutschen Ärzteschaft zu ebnen.

 

Als Beweis hierfür führe ich gleich einmal eine Kernaussage auf, die klar und deutlich besagt, dass Lauterbach die private Krankenversicherung „spätestens bei der ersten Auflage eines SPD-geführten politischen Bündnisses (und mit wem kann es denn gestaltet werden, wenn die Linken nicht dabei wären?) abschaffen wird“. (Wie will er seiner Forderung gerecht werden, die „Spitzenmedizin systematisch zu stärken“, wenn er der privaten Krankenversicherung den Garaus machen will?)

 

Er weiß so gut wie jeder andere, mit der ärztlichen Niederlassungslandschaft sich befassender Experte, dass ein Fortbestehen dieses wunderbaren Systems ohne private Krankenversicherung nicht möglich ist. Eines der effektivsten und besten Gesundheitssysteme der Welt würde abgeschafft.

 

Aus diesem Gedankengut heraus ist es nicht verwunderlich, dass Lauterbach und damit die SPD, nach wie vor auch im Kontext mit den weiteren zwei Parteien, die Bürgerversicherung favorisiert. Die SPD will allen künftigen Versicherten den Weg in die private Krankenvollversicherung versperren, für Beamte einen Beihilfe konformen Tarif in der GKV schaffen und damit eine einheitliche Gebührenordnung für Ärzte einführen.

 

Damit verbietet die SPD von heute auf morgen, vor allen Dingen bei gut verdienenden jungen Menschen, den Eintritt in ein Versicherungssystem, das sich höchster Kundenzufriedenheit erfreut. Dabei ist es unerheblich ob die Bürgerversicherung sofort oder in kleinen Schritten eingeführt wird.

 

Uwe Laue, Vorsitzender des Verbandes der privaten Krankenversicherung e.V., spricht davon, dass „...auch viele kleine Amputationen an einem gesunden Patienten eine katastrophal schlechte Medizin wären. So eine Salamitaktik mag vielleicht Parteipolitikern irgendwo schlau erscheinen – die Qualität des Gesundheitswesens in Deutschland würde damit jedoch nur geschwächt“.

 

Die Bürgerversicherung ist ein Fehlkonzept       
Unstrittig – und wenn ich Steffen Kampeters (Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände) Kommentar zur Idee der Bürgerversicherung lese, indem er sagt, diese sei „eher gesellschafts-, umverteilungs-, neidpolitisch getrieben“, dann fällt mir sofort wieder die Handschrift von Lauterbach ein. Hier würde er dem Krankenversicherungssystem seinen Stempel aufdrücken. Dass es den Beamten „an den Kragen“ ginge, ist so sicher wie die Tatsache, dass medizinischer Fortschritt nachhaltig durch die Transferleistungen aus der PKV möglich gemacht wird.

 

Auch der Wettbewerb zwischen den privaten und den gesetzlichen Krankenversicherungen ist qualitätserhöhend. Auch die immer wieder aufgeworfene Frage der Gerechtigkeit im dualen System kann damit beantwortet werden, dass gerade weil es das duale System gibt, Gerechtigkeit herrscht. Denn würde es dies nicht geben, wäre unser fantastisches Gesundheitssystem, an dem alle teilhaben können, so nicht zu halten. Und diejenigen, die es sich leisten könnten, würden dann auf wie immer gestaltete, sich aus dem freien Markt der Versicherungswirtschaft ergebende individuelle Zusatzversicherungen, und selbst eingekaufte Gesundheitsleistungen, aufspringen.

 

Letztendlich wäre die Einheitsversicherung der Turbolader für eine Zweiklassenmedizin. Da dieses Schreckgespenst einer ROT-ROT-GRÜNEN Regierung auf keinen Fall Realität werden darf, empfehle ich trotz der aktuellen Umfragewerte die Argumente gegen die sogenannte Bürgerversicherung zu benennen, zu verteidigen und zu kommunizieren.

 

Wir wissen, dass Umfragewerte eine relativ kurze Halbwertzeit haben. Dies ist auch darin begründet, dass ein erheblicher Teil der Wähler in der Zwischenzeit sehr volatil in Bezug auf die Wahlentscheidung geworden ist. Dies ist umgekehrt natürlich auch ein Nährboden für Wechselwähler.

 

Dr. rer. pol. Rudolph Meindl
Diplomkaufmann
Geschäftsführender Gesellschafter
Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH
Seit über 50 Jahren im Dienste des Arztes
Öffentlich bestellter (bis zum 70. Lebensjahr) und vereidigter Sachverständiger für die Bewertung von Arzt- und Zahnarztpraxen

 

*Quelle: Dr. Ingo Pflugmacher, Fachanwalt für Medizin- und Verwaltungsrecht