10.05.2007 - Forderungsmanagement - Bonität der Patienten

 

 

Auch die im Regelfall besserverdienende Klientel Privatpatient kommt in dieser Zeit häufiger mal in eine wirtschaftliche Schieflage. Oftmals wird dann der Erstattungsbetrag der Versicherung nicht an den Arzt weitergeleitet, sondern zum Ausgleich anderer Finanzlöcher verwendet. Wie aber erkennt man, ob ein Patient insolvent ist oder was kann man tun, wenn Mahnungen nichts bringen?


Verwenden Sie immer ein Aufnahmeformular für Ihre neuen Patienten. Hier sollten bereits zusätzliche Informationen abgefragt werden, die für spätere Beitreibungsmaßnahmen wichtig sein könnten:

  • Name der Krankenversicherung, Versicherungsnummer lässt sich aus der meist   auch bei Privatpatienten vorhandenen Versicherungskarte entnehmen; wichtig für Nachfragen, ob Patient Geld von Versicherung schon erhalten hat oder für den Versuch der Direktabrechnung
  • Arbeitgeber; falls der Anwalt später eine Lohnpfändung durchführen will

Erstellen Sie vor allem bei neuen Patienten die ersten Rechnungen in kurzen Intervallen, auch wenn die Behandlung noch nicht abgeschlossen ist. Bei teuren Behandlungszyklen mit hohen Medikamentenauslagen sollten in jedem Fall Zwischenrechnungen erstellt werden. Dies ist vor allem auch wichtig, falls die Versicherung die Therapie nicht zahlen will (oder muss, weil die Versicherungsbedingungen keine Erstattung für die Therapie vorsehen). Dann kann die Therapie abgebrochen werden, falls der Patient nicht in der Lage ist die Kosten selbst zu tragen.
Vermeiden Sie in jedem Fall eine übermäßige Kumulierung der Rechnungsbeträge und ziehen Sie rechtzeitig die Notbremse, wenn Patienten Ihre Rechnungen nicht bezahlen. Solange der Patient nicht akut zu Ihnen kommt, besteht keine Verpflichtung auf Behandlung!

Wenn alte Rechnungen trotz Mahnverfahren nicht bezahlt werden, schicken Sie diese und evtl. noch nicht abgerechnete Leistungen direkt an die Versicherung des Patienten mit einem entsprechenden Hinweis. Obwohl die meisten Versicherungen in Ihren Bedingungen die Direktabrechnung ablehnen, sind diese ab und an doch bereit eine Ausnahme zu machen; vor allem dann, wenn man höflich darum bittet.

Führen Sie ein konsequentes Mahnwesen ein. Bringen Sie auf Ihrer Rechnung einen Vermerk an, dass die Rechnung 30 Tage nach Zugang fällig ist und danach automatisch Zahlungsverzug eintritt. Versenden Sie nicht mehr als zwei Mahnungen; wer danach nicht zahlt, zahlt auch nach drei oder vier Mahnungen nicht. Bei der letzten Mahnung weisen Sie auch auf die finanziellen Folgen hin. Gerichtliche Mahnbescheide sind mit enormen Kosten verbunden!

Für das gerichtliche Mahnverfahren schalten Sie entweder einen Anwalt ein oder füllen einfach das erforderliche Formular selbst aus. Dies geht im Übrigen seit einiger Zeit sogar online: www.online-mahnantrag.de. Beachten Sie aber bitte die zusätzlichen Kosten, die im Falle eines negativen Ausgangs (z. B. bei Abgabe der eidesstattlichen Versicherung des Schuldners) entstehen.

Übrigens: Wir realisieren über 99,7 % der Rechnungen unserer Mitglieder. Natürlich auch im gerichtlichen Mahnverfahren, ohne zusätzliche Anwalts- und Gerichtskosten!

Im nächsten Infobrief lesen Sie, was Sie zur Abwehr oder zur Vermeidung von Rechnungskürzungen durch Versicherungen unternehmen können.

 

Joachim Zieher
Geschäftsführender Gesellschafter

Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH

Abrechnungsexperte

Seit 1996 im Dienste des Arztes