10.05.2007 - BNC-Nachlese: Der BNC als Prellbock

 

 

Dem BNC ist es bei seinem 9. Bundeskongress wieder einmal gelungen, eine Symbiose aus der schonungslosen Darstellung der Ist-Situation mit einer überwiegend positiven Zukunftsperspektive zu bilden.

Der 9. Bundeskongress der niedergelassenen Chirurgen vom 2. bis 4. März 2007 in Nürnberg war, wie schon in den letzten Jahren, wieder äußerst stark besucht. Die Stimmung war zwar nicht euphorisch - wie könnte es unter dem Diktat der durch die ideologisch auf die Staatsmedizin ausgerichtete Gesundheitsministerin auch anders sein - aber grundsätzlich positiv.

Mir ist zum einen aufgefallen, dass die Veranstaltungen sehr gut besucht waren. Darüber hinaus fiel auf, dass alle Themen in unterschiedlichsten Darstellungsformen sehr stark hinterfragt wurden: Den Besuchern war anzumerken, dass sie sich von diesem Kongress viele Informationen, auch im nichtmedizinischen Bereich, er- hofften und diese zum überwiegenden Teil auch bekamen. Die Diskussionen an unserem stark frequentierten Stand waren sehr intensiv und fruchtbar.

Arztberuf impliziert eine lebenslange Verantwortung

Die von BNC-Präsident Dr. Dieter Haack schon beim letzten Kongress artikulierte klare Forderung, die Honorare an die Realität anzupassen, löste eine äußerst konstruktive und inhaltsreiche Diskussion bei der Auftaktveranstaltung aus. Sein Fazit, dass zum Glück die Patienten von Ärzten und nicht von Politikern behandelt werden, und dass der Arzt sein Leben lang in der Verantwortung zu seinen Patienten steht, konnte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie Professor Hartwig Bauer in anschaulicher Art und Weise untermauern.

Bauer erklärte, das VÄG und die damit verbundene Liberalisierung der ärztlichen Berufsausübung griffen tief in die Professionalität des Arztberufes ein und gefährdeten die an den Arztberuf gekoppelten strengen Standards.

Ein reger Fusionsmarkt bietet Chancen für Nischenanbieter

Sehr gut gefielen mir die Ausführungen von BNC-Vizepräsident Dr. Philipp Zollmann, der - basierend auf den Bestimmungen des VÄG und aufgrund seiner eigenen Erfahrungen - die Chancen der chirurgischen Praxis in der Kooperationsbildung darlegte. Er bekam zum Teil auch Unterstützung durch den Juristen Walter Isringhaus, welcher der Einzelpraxis grundsätzlich keine Zukunft mehr gab. Meine eigene subjektive Einschätzung weicht von dieser Prognose jedoch insofern ab, als dass ich glaube, dass gerade in Zeiten eines Marktes mit reger Fusions-(Über-)Aktivität der Nischenanbieter und damit die Einzelpraxis gerade deswegen ihre Überlebenschance hat.

Der Reiz dieses Kongresses lag meines Erachtens darin, dass es dem BNC als Veranstalter gelungen ist, eine Symbiose aus schonungsloser Schilderung der Ist-Situation und einer überwiegend positiven Zukunftsperspektive zu bilden. Der BNC mit seinen Mitgliedern ist in der auf dem BNC-Kongress erlebten Formation ein notwendiger Prellbock, um Chancen zu nutzen und sich sozialistischen Ideologien zur Staatsmedizin zu widersetzen.

 

Dr. rer. pol. Rudolph Meindl
Diplom-Kaufmann
Geschäftsführender Gesellschafter
Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH