20.09.2015 - Unser Expertentipp: Bereich Innere Medizin


 

Abrechnung in der Inneren Medizin – Optimierungsmöglichkeiten

Sonographische Leistungen gehören zu den häufigsten Diagnoseverfahren:

Die alleinige sonographische Untersuchung eines Organs zum Ausschluss pathologischer Veränderungen durch Differenzierung der Organstruktur in mindestens zwei Ebenen und die nachfolgende Dokumentation dieser Diagnostik erfüllt den Leistungsinhalt der Ziffer 410GOÄ (Ultraschalluntersuchung eines Organs).

Wird im Rahmen dieser Untersuchung z.B. eine zystische Veränderung an der Leber festgestellt und die Größe dieses pathologischen Prozesses im Nachgang vermessen, so stellt dies eine Zusatzleistung dar, deren Zeitaufwand über dem des üblichen Untersuchungsvorganges liegt und der durch Anpassung des Steigerungsfaktors abgebildet werden kann.

Die Untersuchung weiterer Organe kann mit der Ziffer 420GOÄ (Ultraschalluntersuchung von bis zu 3 weiteren Organen im Anschluss an eine der Leistungen nach den Nummern 410-418, je Organ) höchstens 3 mal in Ansatz gebracht werden.

Eine Erhöhung innerhalb des großen Gebührenrahmens ist bei ärztlichen Leistungen bis maximal 3,5fach möglich. Technische Leistungen können bis maximal 2,5fach abgerechnet werden.

1. Beispiel:

410GOÄ Sonographie Leber (3,5fach: erhöhter Zeitaufwand bei zusätzlicher Vermessung einer Metastase)

20GOÄ x 3 Folgesonographie: Nieren bds., Pankreas, Gallenblase, Harnblase, Milz (3,5fach: Vielzahl an Organen, erhöhter Zeitaufwand)

2. Beispiel:

418GOÄ Sonographie Brustdrüse (3,5-fach: erhöhter Zeitaufwand bei zusätzlicher
Vermessung Mamma-TU re.)

420GOÄ x 1 Folgesonographie: Brustdrüse Gegenseite (3,5f: zeitintensive Beurteilung bei Vorliegen mult. Mikrokalkherde)

420GOÄ x 2 Folgesonographie: Axillae bds. (2,3f.)

Mögliche Zuschlagsziffern:

401: Sonographie nach Nr. 410-418 bei zusätzlicher Anwendung des Duplex- Verfahrens, einschl. Farbkodierung
402: Sonographien bei transösophagealer Untersuchung
403: Sonographien bei transkavitärer Untersuchung
404: Doppler-sonographische Leistungen bei zusätzlicher Frequenzspektrumanalyse
– einschließlich graphischer Registrierung und Bilddokumentation

Gemäß der Gebührenordnung sind die Leistungen nach den Nummern 410 bis
418 nicht nebeneinander berechenbar. Wird nun während eines Arzt-Patienten- Kontaktes z.B. eine sonographische Untersuchung der Schilddrüse sowie des Abdomens durchgeführt, so kann auch hier der erhöhte Zeitaufwand durch Anpassung des Steigerungsfaktors geltend gemacht werden.

Beispiel:

417GOÄ Sonographie Schilddrüse (3,5fach: erhöhter Zeitaufwand durch zusätzliche Vermessungen bei Struma multinodosa

420GOÄx3 Folgesonographie: Carotiden bds., Leber, Milz, Pankreas, Nieren bds., Gallenblase, Harnblase. (3,5fach: Vielzahl an Organen, erhöhter Zeitaufwand)

645GOÄ: bei zusätzliche Untersuchung der hirnversorgenden Arterien und Periorbitalarterien mit direktionaler Ultraschall- Doppler-Technik – einschl. graphischer Registrierung. (Eine ergänzende Farbkodierung kann durch Faktorerhöhung auf 2,5 abgegolten werden.)

Ultraschalluntersuchung von Extremitätenarterien bzw. -venen: Ziffer 644GOÄ

Die Leistung ist zweimal berechnungsfähig, wenn eine direkte Doppler-sonographische Untersuchung der Strömungsverhältnisse sowohl im Bereich der Extremitätenarterien als auch im Bereich der Extremitätenvenen erfolgt.

Beispiel:

410GOÄ Sonographie ein Organ: Arteria xx

420GOÄx3 Folgesonographie: Vena xx re. und links, Arteria xy (ggf. erhöhten Zeitaufwand durch Vielzahl an Organen über Anpassung des Faktors abbilden)

644GOÄx2 (Begründung Untersuchung venöses und arterielles Gefäßsystem)

Die Doppler Sonographie nach 644 oder 645 plus B-Bild-Untersuchung nach 410 oder 420 ergeben bei zusätzlicher Anwendung des Duplex Verfahrens vorangehend genannte Abrechnungsmöglichkeiten.

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Monika Mendl
Bereichsleiterin Abrechnung
Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH
Langjährige Erfahrung in der Privatabrechnung