10.06.2015 - Jeder Dritte Patient nutzt Ärztebewertungsportale

 

 

Für Patienten sind sie eine wertvolle Informationsquelle, Ärzte beurteilen sie mitunter kritisch:
Arztbewertungsportale im Internet. Doch Ärzte können von den Plattformen enorm profitieren. Wir sprachen mit Dr. Florian Weiß, dem Geschäftsführer von jameda, Deutschlands größter Arztempfehlung.

Bei der Suche nach einem passenden Arzt vertrauen viele Patienten dem Rat von Freunden. Wird die Bedeutung von Arztbewertungsportalen überschätzt?
Keinesfalls!
Arztbewertungsportale spielen schon heute im Gesundheitssystem eine wichtige Rolle und gewinnen rasant an Relevanz. Eine repräsentative Online-Studie hat gezeigt, dass fast jeder dritte Patient direkt auf einem Arztbewertungsportal nach einem passenden Mediziner sucht.

Monatlich nutzen mehr als 3,5 Millionen Patienten jameda bei der Arztsuche, Tendenz steigend. Das ist nicht verwunderlich, denn neun von zehn Patienten finden die Meinungen anderer Patienten hilfreich, die einen (Fach-) Arzt bewertet haben.

Wie erklären Sie sich dieses enorme Interesse?

Das Angebot von jameda trifft auf ein großes gesellschaftliches Bedürfnis nach
mehr Transparenz im Gesundheitswesen. Die Arztbewertungen liefern den Patienten wertvolle Informationen auf der Suche nach einem passenden Arzt und sind daher ein wichtiges und ernstzunehmendes Element im Rahmen der freien Arztwahl.

Manche Ärzte empfinden jameda als Gegner und werfen den Nutzern Ihres Portals zum Teil unsachliche Kritik oder gar Verleumdung vor. Wie gehen Sie mit solchen Vorwürfen um?

Beleidigungen oder "Ärztebashing" sind bei uns tabu. Aber uns ist natürlich bewusst, dass Arztbewertungen ein sehr sensibles Thema sind. Ärzte haben daher verschiedene Möglichkeiten auf ihrer Meinung nach ungerechtfertigte Kritik zu reagieren. So steht ihnen beispielsweise unsere Qualitätssicherung zur Bearbeitung von Problemmeldungen rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche zur Verfügung.

Das heißt jedoch nicht, dass negative Bewertungen einfach gelöscht werden. Unsere qualifizierten Mitarbeiter prüfen auf Grundlage der Stellungnahmen von und Patient sowie nach geltendem Recht, ob eine Bewertung haltbar ist oder nicht. Da kommt es natürlich auch vor, dass Bewertungen gänzlich gelöscht werden, weil sie zum Beispiel Schmähkritik oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Diese Form von Arztbewertungen wird bei uns nicht toleriert!

Wenn eine vom Arzt als ungerechtfertigt empfundene Bewertung jedoch auf der Plattform verbleibt, hat er immer noch die Möglichkeit, diese direkt zu kommentieren und anderen Patienten damit auch seine Sicht der Dinge mitzuteilen.

Oftmals wird behauptet, nur unzufriedene Patienten würden auf Portalen wie jameda bewerten, weil andere keinen Grund dazu hätten. Ich kann alle Ärzte beruhigen: 80 Prozent der Bewertungen auf jameda sind positiv. Die häufigsten Motive für Arztbewertungen sind Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft. Dabei können vereinzelte kritische Meinungen durchaus zu mehr Glaubwürdigkeit eines Profils beitragen.

Wir raten Ärzten in solchen Fällen, gelassen zu bleiben und von der Möglichkeit,
die Bewertung zu kommentieren, Gebrauch zu machen. Ein netter, wertschätzender Kommentar seitens des Arztes nimmt dem Patienten meist den Wind aus den Segeln.

Kritisiert wird häufig auch, dass Patienten die ärztliche Versorgung nicht objektiv bewerten können. Das mag durchaus stimmen, aber neben der objektiven Versorgungsqualität zählen für Patienten auch viele weiche Faktoren in Hinblick auf einen zufriedenstellenden Arztbesuch.

Eine Studie der Universität Erlangen- Nürnberg beschäftigte sich mit  Bedürfnissen,
die Patienten in den Freitextkommentaren auf jameda artikulieren. Nach der subjektiv empfundenen Kompetenz des Arztes kamen Freundlichkeit und die genommene Zeit auf Platz zwei und drei der für Patienten wichtigsten Komponenten eines erfolgreichen Arztbesuches, die Wartezeit auf einen Termin rangierte hingegen nur auf Platz neun. Daraus können Ärzte ableiten, dass ein freundliches Lächeln oder ein paar Minuten mehr Zeit durchaus über etwas längere Wartezeiten hinwegtrösten dürften.

Wie profitieren Ärzte noch von einem jameda-Profil?

Neben der stetig steigenden Anzahl an Patienten, die jeden Monat auf jameda nach einem Arzt suchen und einer besseren Auffindbarkeit bei Google, profitieren Mediziner mit einem Premium- Eintrag davon, dass sie sich und ihre Praxis mit Fotos, detaillierten Informationen zu Leistungen und Behandlungsschwerpunkten und Verlinkungen zusätzlich zur eigenen Homepage attraktiv präsentieren und Patienten so von sich überzeugen können.

 

Dr. Florian Weiß
Geschäftsführer jameda
kundenservice@jameda.de
www.jameda.de