10.06.2015 - Unser Expertentipp zur Dermatologie

 

 

Kürzungen bei der Hautlappenplastik

Mit diesem Artikel möchte ich mich an unsere Dermatologen wenden und
auf die häufig beanstandete Ziffer 2381/2382 (einfache und schwierige Hautlappenplastik) neben der Leistung nach Ziffer 2404 (Exzision einer größeren Geschwulst) eingehen.

Die Krankenversicherungen begründen ihre Kürzung mit folgendem Argument:

"Das Unterminieren der Wundränder nach einer Exzision eines Hauttumors, welches der spannungsfreien Adaptation der Wundränder dient, ist keine Hautlappenplastik, sondern zählt zum methodisch notwendigen Vorgehen bei Entfernung eines Hauttumors."

Die PKV bezieht sich in ihrer Argumentation auf das sogenannte Zielleistungsprinzip, wonach Leistungen nicht eigenständig berechenbar sind, die methodisch notwendiger Bestandteil einer bereits berechneten Leistung sind (hier der 2404) oder lediglich eine "besondere Ausführung" dieser Leistung darstellen.

Eine Hautlappenplastik ist keinesfalls ein methodisch notwendiger Bestandteil der Exzision nach 2404, dort ist lediglich der "einfache" Wundverschluss inkludiert. Hilfreich wäre indes die Existenz eines Operationsberichts, der die operativen Teilschritte ausführlich wiedergibt. Dieser wird von den PKVen zwar immer wieder angefordert, existiert aber leider bei vielen Dermatologen nicht, so dass es im Einzelfall schwierig wird, die Argumentation der PKV zu widerlegen.

Um eine zusätzliche Hautlappenplastik abrechnen zu können, muss eine einfache Defektdeckung nicht möglich gewesen sein. Dies sollte durch eine ausführliche Dokumentation, idealerweise mit einem OP-Bericht, belegt werden. Folgende Formulierungen könnten dabei verwendet werden:

• "...aufgrund des großen Wundgebietes lässt sich kein spannungsfreier Hautverschluss erzielen, deshalb Entschluss zur zusätzlichen Durchführung einer Hautlappenplastik..."

• "...aufgrund des tiefgreifenden Defektes mit Verlust von strukturtragenden
Elementen, Entschluss zur zusätzlichen Durchführung einer Hautlappenplastik, um den Defekt zu decken..."

• "...aufgrund der Lokalisation (im Gesichtsbereich) ist die funktionelle und ästhetische Rekonstruktion der Haut sowie des Subkutangewebes durch Bildung einer Lappenplastik zwingend erforderlich, deshalb Entschluss zur Durchführung der zusätzlichen Hautlappenplastik..."

Unsere Empfehlung lautet daher, vor allem häufig strittig gestellte Leistungen
besonders ausführlich zu dokumentieren. So vermeiden Sie Ärger und wirtschaftliche Einbußen.

 

Christa Engel
Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH