10.02.2006 - Schadenersatz für Wartezeiten

 

 

Der Patient wartet auf den Arzt und der Arzt wartet auf den Patienten.

Beides kommt in Arztpraxen regelmäßig vor. Da stellt sich dann die Frage, ob der jeweils Wartende eine Entschädigung verlangen kann.

1. Arzt wartet auf Patient

Erscheint ein Patient nicht zu einem vereinbarten Arzttermin, kann der Arzt nur dann eine Entschädigung für den ausgefallenen Behandlungstermin verlangen, wenn dieser Termin, z.B. ein Operationstermin, ausdrücklich für den Patienten vorgesehen war und der Patient eine Vereinbarung   unterschrieben hat, wonach er sich zur Zahlung einer Entschädigung im Falle des Terminversäumnisses verpflichtet hat.

2. Patient wartet auf Arzt

Muss der Patient bei einem zu einer festen Zeit vereinbarten Termin länger als 30 Minuten warten, ohne dass die Verzögerung durch unvorhergesehene Umstände,  z.B. Notfälle verursacht wurde, kann der Patient eine Entschädigung dann verlangen, wenn ihm durch die lange Wartezeit ein nachweisbarer Schaden entstanden ist. Hierunter könnte beispielsweise ein Strafzettel oder auch der Umsatzausfall eines Handelsvertreters zählen. Um solche Risiken zu vermeiden empfiehlt es sich, deshalb bereits bei der Vereinbarung von Terminen Patienten darauf hinzuweisen, dass es unter Umständen zu Verzögerungen aus unvorhergesehenen verlängerten Untersuchungszeiten anderer Patienten kommen kann.

Quelle: PROH Med-Jus