10.02.2007 - Gültige Wahlleistungsvereinbarung auch bei Notfall

 

 

Kommt ein Privatpatient notfallmäßig ins Krankenhaus, können häufig aufgrund der fehlenden Unterschrift auf der Wahlleistungsvereinbarung die ärztlichen Leistungen des Chefarztes oder seines Vertreters an diesem Tag nicht in Rechnung gestellt werden. Dieser Umstand lässt sich jedoch durch eine kleine organisatorische Maßnahme ändern.

Bei der Aufnahme des Patienten unterzeichnet ein Mitarbeiter des Krankenhauses für den Patienten als "Vertreter ohne Vollmacht" die Wahlleistungsvereinbarung. Diese ist dann "schwebend unwirksam", wird aber mit der nachträglichen Genehmigung durch den Patienten (z. B. am nächsten Tag) von Anfang an gültig. Dadurch sind auch die am Aufnahmetag und notfallmäßig erbrachten Leistungen privat abrechenbar. Andernfalls gelten die vor dem Zeitpunkt der Unterzeichnung der Wahlleistungs­ver­ein­ba­rung erbrachten ärztlichen Leistungen als "Regelleistungen" und wären damit mit dem Pflegesatz abgegolten.

Zu beachten bei diesem Procedere ist aber auch, dass die „in Vertretung“ unterzeichnenden Mitarbeiter des Krankenhauses vom Krankenhaus nicht in Regress genommen werden, falls der Patient nachträglich nicht zustimmen sollte.

 

Joachim Zieher
Geschäftsführender Gesellschafter

Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH

Abrechnungsexperte