15.05.2009 - Druck auf Ärzte zur Einführung des QM steigt von Kassenseite

15.05.2009

 

Seit 2006 gibt es einen festen Zeitplan für die Einführung des praxisinternen QM (Qualitätsmanagement), das bereits in der Gesundheitsreform von 2004 im Sozialgesetzbuch V festegelegt wurde und von jedem niedergelassenem Arzt/Ärztin gefordert wird. Es wurde dabei festgelegt, dass das QM bis Ende 2009 umgesetzt werden muss, Ausnahmen gelten nur für Praxen, die ihren Betrieb erst nach 2006 aufgenommen haben.

Das praxisinterne QM sollte ab dem nächsten Jahr in den Praxen der niedergelassenen Ärzte laufen, wobei es keine Zertifizierungspflicht gibt und Verweigerern weder Strafen noch Sanktionen vom Gesetzgeber oder der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) drohen. Die von der QM–Richtlinie des GBA verlangten Prüfkommissionen wurden im Jahr 2007 von den KVen gebildet. Jährlich überprüfen diese bei 2,5 % der Vertragsärzte wie weit die Einführung des QM vorangeschritten ist, wobei die Auswahl der Praxen stichprobenartig erfolgt.

Laut einer Sprecherin des Kompetenzzentrums Qualitätsmanagement der KV Hessen, ist ein Beratungsangebot von der KV das schlimmste, das QM–Verweigerern oder Nachzüglern droht.

Die Krankenkassen üben steigenden Druck auf die Ärzte aus, ein Qualitätsmanagement einzuführen. Ärzte berichten immer wieder, dass die Krankenkassen zur Teilnahme an diversen Zusatzverträgen, beispielsweise zur Integrierten oder hausarztzentrierten Versorgung ein QM–System fordern.

Um eine bessere Verhandlungsposition gegenüber den Krankenkassen zu haben ist es in vielen Ärztenetzen üblich, das QM–System gemeinsam einzuführen und eine Zertifizierung der einzelnen Praxen vornehmen zu lassen.

Durch den Gesundheitsfond ist es den Krankenkassen seit Anfang des Jahres nicht mehr möglich, die Konkurrenz durch niedrige Beitragssätze auszustechen. Zukünftig wird dies nur durch bessere Qualität und mehr Leistung zu erreichen sein.

Quelle: Ärztezeitung Ausgabe 8 v. 06.01.2009