30.08.2009 - Gerichtsurteil

 

Der Arzt muss sicherstellen, dass Patienten alle Fragen verstehen und die Schilderung der Symptome auch von ihm verstanden wird.

In einem neuen Urteil des Kammergerichts Berlin (A7.: 20 U 206/06) heißt es, der Arzt muss sich versichern, dass der fremdsprachige Patient in der Lage ist, ihm die für die Behandlung erforderlichen Angaben klar und deutlich mitzuteilen. Ist dies nicht möglich, so muss der Arzt dafür Sorge tragen, dass z.B. Verwandte oder eine andere Vertrauensperson für die Anamnese als Dolmetscher fungiert. Wenn keine Eilbedürftigkeit vorliegt, sollte der Patient gebeten werden, zu einem anderen Termin mit einem „Dolmetscher“ zu erscheinen. Natürlich kann auch eine sprachkundige Arzthelferin aushelfen.

Eine Klinikeinweisung ist dann anzuraten, wenn akute Maßnahmen zu treffen bzw. anzunehmen sind und kurzfristig ein Dolmetscher nicht zur Verfügung steht: in Kliniken sind häufig Mitarbeiter beschäftigt, die die Fremdsprache beherrschen, oder einen Kontakt zu einer Person herstellen können, die die benötigte Sprache spricht.

Quelle: Ärztezeitung Ausgabe 101 03.06.2009