30.08.2009 - Rot, rot ..... auf keinen Fall !

 

 

oder - Was passiert, wenn Schmidt und Lauterbach bleiben? 

Die Wahl steht vor der Tür und ich mache mir sehr ernsthafte Gedanken darüber, was den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten angetan wird (ja, ich spreche von antun), wenn Ulla Schmidt und ihr „Professor“ Lauterbach, mangels dem Kooperationspartner aus dem Unionslager, via SPD das Sagen haben werden.

Dieses Szenario hat aus meinem subjektiven Winkel insofern eine existenzbedrohende Dimension, weil den beiden roten SPD-Politikern doch die dunkelrote Linke als Handlanger bei den Enteignungsbemühungen und den sich daraus ergebenden Sozialisierungsmaßnahmen der niedergelassenen Ärzte zur Hand gehen würde. Vorab gefragt: Was spricht angesichts dieses „Schreckensszenarios“ gegen eine Politisierung Ihres Wartezimmers?

Um ganz sicher zu gehen, dass ich bei meiner subjektiven Einschätzung dieses Zukunfts­szenarios nicht falsch liege, habe ich mich in die Gedankenwelt des Herrn Professor Lauterbach hineingelesen. Dazu musste ich mir das Buch „Gesund im kranken System“ kaufen. Allein schon, dass Lauterbach auf dem Cover als Untertitel „Ein Wegweiser“ angibt, zeigt was er will, nämlich den Weg in die Enteignung und die Sozialisierung der deutschen Ärzteschaft zu ebnen. Als Beweis hierfür führe ich gleich einmal eine Kernaussage auf, die klar und deutlich besagt, dass Lauterbach die private Krankenversicherung „spätestens bei der ersten Auflage eines SPD-geführten politischen Bündnisses (und mit wem kann es denn gestaltet werden, wenn die Linken nicht dabei wären?) [abschaffen] wird“. (Wie will er seiner Forderung gerecht werden, die „Spitzenmedizin systematisch zu stärken“, wenn er der privaten Krankenversicherung den Garaus machen will?) Er weiß so gut wie jeder andere, mit der ärztlichen Niederlassungslandschaft sich befassender Experte, dass ein Fortbestehen dieses wunderbaren (Originalton Schmidt) Systems ohne private Krankenversicherung nicht möglich ist.

Er schreckt nicht davor zurück, in einem Rundumschlag das deutsche Gesundheitssystem „deutlich schlechter als es sein internationaler Ruf ist“ zu bezeichnen um dann noch emotionaler fortzufahren, indem er behauptet, dass „je schwerer eine Krankheit ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass der Patient in Deutschland optimal versorgt wird“.

Die Qualität des deutschen Gesundheitssystems deshalb „in fast allen Bereichen schlechter ..... abschneiden zu lassen, als gemeinhin angenommen“, an die gesunden Restjahre eines 65-jährigen Bürgers anzubinden, ist falsch, populistisch und unfair. Sein Vergleich, in Dänemark würden mehr als doppelt so viele gesunde glückliche Restlebensjahre eines 65-Jährigen bestehen (13 Jahre statt 6), hängt gemäß einer auch ihm bekannten Studie garantiert nicht vom Gesundheitssystem ab, sondern davon, dass z.B. die Dänen – aber auch die Schweden, die Niederländer und die Großbritannier –  eine glücklichere, positivere Lebenseinstellung aufweisen, als wir Deutschen (Jammerlappen) es tun.* Übrigens hat diese Aussage nichts mit der durchschnittlichen Lebenserwartung eines 65jährigen zu tun, sondern es handelt sich um die gefühlte Lebensqualität.

Der „Rundumschlags“-Kritik folgt stehenden Fußes die Individualverunglimpfung des ärztlichen Berufsstandes und das öffentlich, opportunistisch dargelegt, publizistisch hervorragend formuliert in seiner Eigenschaft als öffentliche Person Dabei scheut er nicht davor zurück, sich angesichts geschilderter Unfähigkeiten deutscher medizinischer Professoren als rettender Messias darzustellen, dem es zu verdanken ist, dass Krankheiten geheilt bzw. Leben gerettet werden.

Dem deutschen Arzt durch Rundumschlag jegliche Kenntnisse der englischen Sprache abzusprechen und kühn zu behaupten, dass „80 % der deutschen Ärzteschaft nichts in englischer Sprache lesen wollen“, ist wiederum ein emotionaler Angriff.

In seinem unbändigen, verbissenen Verlangen, das deutsche Gesundheitswesen zu verunglimpfen, passieren ihm weitere eklatante Fehler. Er verweist auf eine Studie seines eigenen(!!) Instituts der Universität Köln, gemäß der „die Wartezeiten bei niedergelassenen Fachärzten in der Region Köln für Kassenpatienten im Durchschnitt dreimal so lang sind, wie für Privatpatienten“. Gleichzeitig prangert er die hohe Anzahl von Fachärzten an. Im Klartext: Auf der einen Seite stören ihn die Wartezeiten, um auf der anderen Seite  festzustellen, dass es zu viele Ärzte gibt. Emotionalität und Neid, sehr geehrter Herr Professor, waren noch nie ein guter Ratgeber.

Fortsetzung folgt im nächsten Infobrief 4/2009

 

Dr. rer. pol. Rudolph Meindl
Diplom-Kaufmann
Geschäftsführender Gesellschafter
Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH 


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