20.02.2011 - Artikel zur Ziffer 15 GOÄ

 

Immer wieder kommt es bezüglich der Ziffer 15 zu Missverständnissen. Leider wird diese Ziffer von den Ärzten als bessere Beratungsziffer angesehen, was sie aber nicht ist. Die Voraussetzung für die Erstattung dieser Ziffer ist, dass sowohl therapeutische als auch soziale Maßnahmen vom Arzt während der Betreuung eines chronisch Kranken eingeleitet wurden. Der Leistungstext lässt darauf schließen, dass an die Ziffer 15 GOÄ hohe und spezifische Anforderungen gestellt werden und eine adäquate Honorierung der hausärztlichen Koordinierungsfunktionen im Rahmen der ambulanten Behandlung chronisch Kranker sicher stellen soll.

Hier sind z. B. Gespräche mit anderen behandelnden Ärzten, Vor- und Nachbereitung von Krankenhausaufenthalten, regelmäßige Überprüfung der Medikation, Kontakte zu sozialen Einrichtungen oder Versicherungsträgern gemeint. Dies muss, wie bereits erwähnt vom Arzt selbst durchgeführt werden. Ein Gespräch mit dem Patienten, dass er seine Ernährung umstellen sollte oder regelmäßig Krankgymnastik machen soll, genügt nicht. Die Formulierung „während der kontinuierlichen ambulanten Betreuung“ ist im Rahmen einer obligaten Leistungsvoraussetzung zu verstehen. Eine kontinuierliche Betreuung erfordert eine fortlaufende Information des Arztes über den Stand der therapeutischen und sozialen Maßnahmen im Hinblick auf das angestrebte Behandlungsergebnis.

Um Rückfragen der Krankenversicherung zu vermeiden, empfehlen wir, sofern die Voraussetzungen für die Abrechnung der Ziffer 15 vorliegen, die durchgeführten Maßnahmen bereits in der Rechnung aufzuführen.

 

Christa Engel
Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH