15.02.2014 - HAUSÄRZTEMANGEL: KEINE TENDENZ ZUR BESSERUNG

 

 

Keine Besserung in Sicht in puncto Hausärztemangel

... so lautet das Fazit der Existenzgründungsanalyse für Hausärzte 2012, die die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) und das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) vorgelegt haben. 

Denn obwohl Hausärzte mehr als 40 Prozent der niedergelassenen Vertragsärzte ausmachen, liegt ihr Anteil bei den Existenzgründungen nur bei 25,6 Prozent im Westen und 33,6 Prozent im Osten. "Sollte sich in den kommenden Jahren keine deutliche Trendwende einstellen, werden immer mehr Hausarztpraxen geschlossen werden", warnt Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der apoBank.

Trotz des Nachwuchsproblems sind die Rahmenbedingungen für niedergelassene Hausärzte besser als weitläufig angenommen: Neben einer soliden Einkommenssituation sind die Investitionen für eine Niederlassung moderat und mit flexiblen Arbeitsmodellen lassen sich Beruf und Familie in Einklang bringen.

Kooperationen bieten Möglichkeit zur flexiblen Berufsausübung

Bundesweit entschieden sich 46,2% der Existenzgründer für eine Kooperation.Ausschlaggebend in diesem Zusammenhang: insbesonders eine bessere Work-Life-Balance, der fachliche Austausch mit Kollegen sowie Kostenersparnisse.

Moderate Investitionsvolumen mindern finanzielles Risiko

Auch die Investitionsvolumina blieben 2011/2012 moderat. Je nach Art der Niederlassung musste man zwischen 86.000 und 129.000 Euro einkalkulieren. "Das ist eine Summe, die unter dem Aspekt der Finanzierbarkeit gut gestemmt werden kann", so Heßbrügge. 
Bei einem Investitionsvolumen von 100.000 Euro könne man diese Summe bei einem angenommenen Zinssatz von 3% und einer monatlichen Rate von 1.000 Euro in weniger als zehn Jahren zurückführen.

Das höchste Investitionsvolumen fiel im Westen mit 129.000 Euro für die Übernahme einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) an. Es folgten die Einzelpraxisübernahme mit 125.000 Euro und die Neugründung einer Einzelpraxis mit 116.000 Euro. Hausärzte, die den Sitz eines Arztes in einer bestehenden BAG übernommen haben, mussten 114.000 Euro einkalkulieren. Die Überführung einer Einzelpraxis in eine BAG schlug mit 106.000 Euro pro Arzt zu Buche. Wer als zusätzlicher Hausarzt einer bereits bestehenden BAG beigetreten ist, musste 103.000 Euro einplanen. 

Im Osten mussten Hausärzte für die Neugründung einer Einzelpraxis mit 92.000 Euro rechnen. Die Übernahme einer Einzelpraxis schlug mit 86.000 Euro zu Buche.

 

Michael Winter
Prokurist / Teamleiter Selbständige Heilberufe

Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Nürnberg