15.02.2014 - NEUE GOÄ - AUCH DIE STATIONÄREN LEISTUNGEN IM FOKUS

 

 

Die Rahmenvereinbarung der BÄK und dem PKV-Verband zur Novellierung der GOÄ ist nun öffentlich und gibt schon jetzt Anlass für vielerlei Spekulationen. So werden sich unter anderem vermutlich auch die Bedingungen der Abrechnung stationär erbrachter Leistungen ändern.

Die Rahmenvereinbarung sieht vor, dass zwar das Prinzip der pauschalen Minderung stationärer Leistungen (aktuell § 6a GOÄ) übernommen werden soll, jedoch möchte man die Höhe dieser Minderungssätze (aktuell 15% für Belegärzte und sonstige niedergelassene Ärzte bzw. 25% für liquidationsberechtigte angestellte Krankenhausärzte) überprüfen und an die "Basis der neuen GOÄ-Kalkulation" anpassen – wobei mit anpassen vermutlich "erhöhen" gemeint sein dürfte.

Allerdings wirken hier noch andere Gesetze hinein (u.a. Krankenhausentgeltgesetz, Bundespflegesatzverordnung), so sucht man bereits den Konsens zur "Verknüpfung zwischen Krankenhausleistungs-Vergütung und GOÄ" mit dem Gesundheitsministerium, was bei der stärker werdenden Verzahnung zwischen ambulantem und stationärem Bereich Sinn macht.

Auch die stationäre ärztliche Wahlleistung soll via GOÄ-Novelle "konkretisiert" werden. So soll die heiß diskutierte Möglichkeit der Vertretung auch hinsichtlich der Qualifikation des Vertreters neu definiert und an die Gesamtverantwortung des "Wahlarztes" hinsichtlich persönlicher Leistungserbringung, Vertretung und Hinzuziehung bzw. Delegation gekoppelt werden. Zusätzlich soll dann wohl auch die "Autorisierung einer sachlich korrekten Rechnungslegung" obligat sein, was bedeutet, dass der Wahlarzt noch mehr als heute darauf achten muss, dass "seine" GOÄ-Rechnung nur persönlich erbrachte bzw. gebührenrechtlich zulässig delegierte Leistungen enthält.

Besonders spannend wird es aus unserer Sicht, wenn es um die Zulässigkeit "wahlärztlicher Leistungen" durch nicht am Krankenhaus angestellter Ärzte geht, die häufig als "Honorarärzte" bezeichnet werden. Hier kämpft unsere Verrechnungsstelle ja bereits seit Jahren sehr erfolgreich an vorderster Front vor Gericht für unsere niedergelassenen Ärzte, die eben u.a. auch "wahlärztliche Leistungen" im Krankenhaus erbringen. Mehr Rechtssicherheit täte diesem Bereich sicherlich gut!

 

Joachim Zieher
Geschäftsführender Gesellschafter

Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH

Abrechnungsexperte

Seit 1996 im Dienste des Arztes