21.11.2013 - NEUE STRUKTUR IM HAUSÄRZTLICHEN VERSORGUNGSBEREICH

 

 

Zum 01.10.2013 wurde der 1. Schritt der EBM-Reform für Hausärzte sowie für die Kinder- und Jugendärzte in Kraft gesetzt. Notwendig wurde diese Änderung um für die Zukunft eine gerechtere Bewertung für diese Fachgruppen zu erhalten. Der neue EBM bildet die Basis für weitere strukturelle Stärkungen der hausärztlichen Versorgung in Bezug auf Honorarentwicklung, Bedarfsplanung und Wirtschaftlichkeitsprüfung.
Im 2. Schritt der Reform sollen ab Mitte 2014 auch technische Leistungen besser honoriert werden.

Das bisherige Regelleistungsvolumen (RLV) ermittelt sich ab Okt 2013 neu aus:
• Versichertenpauschale, hausärztlicher Zusatzpauschale, Gesprächsleistung
• Chronikerpauschale 1 und 2
• Geriatrischem Basisassessment

Zusätzlich werden Freie Leistungen vergütet, wie:
• Geriatrischer Betreuungskomplex
• Sozialpädiatrie
• Palliativmedizin

Im EBM wurden dazu neue Leistungen, für die die Krankenkassen auch zusätzliche Finanzmittel zur Verfügung stellen, wie z.B. für die geriatrische und palliativmedizinische Versorgung eingeführt.
Auch die Versichertenpauschale (GOP 03000) wurde in neue Altersklassifizierungen unterteilt; bis 4. Lebensjahr, 5.-18. Lj., 19.-54. Lj., 55.-75. Lj. und ab dem 76. Lebensjahr. Jede Altersstaffel weißt eine eigene Bewertung auf, die automatisch umgesetzt wird.

Neu ist auch die sogenannte hausärztliche Vorhaltepauschale (GOP 03040), diese wird automatisch von der KVB der Versichertenpauschale zugesetzt. Zu beachten sind Ausnahmetatbestände bei denen keine Zusetzungen möglich sind.

Um der Bedeutung der "sprechenden Medizin" gerecht zu werden, wurde eine eigene Gesprächsleistung (GOP 03230) für mind. 10-minütige Patientengepräche eingeführt.
Der Chronikerzuschlag zur Versichertenpauschale wurde je nach Anzahl der persönlichen Arzt-Patienten-Kontakte unterteilt in Chronikerzuschlag 1 (GOP 03220) bei einemKontakt und Zuschlag 2 (GOP 03221) bei mindestens zwei persönlichen Arzt-Patienten-Kontakten pro Quartal. Diese Leistungen sind unter Berücksichtigung von Ausschlussleistungen vom Arzt selbst anzusetzen.

Bei Vorliegen der obligaten Leistungsinhalte kann das Geriatrische Basisassessment (GOP 03360) einmal im Behandlungsfall, höchstens zweimal im Krankheitsfall berechnet werden.
Ebenso sind im Bereich der Palliativmedizin neue sogenannte "Freie Leistungen" mit den Gebührenordnungspositionen (GOP 03370-03373) eingeführt worden. Diese Leistungen dürfen ausschließlich bei Behandlung schwerstkranker und sterbender Patienten jeden Alters, die an einer nicht heilbaren, fortschreitenden Erkrankung leiden erbracht werden.

Auch für die Kinder- und Jugendärzte gibt es eine neue "Freie Leistung", die GOP 04355 für die sozialpädiatrisch orientierende eingehende Beratung, Erörterung und/oder Abklärung.
Dringend zu beachten sind hierbei die jeweiligen Abrechnungsvoraussetzungen!

 

Irmgard Guttenberger
Betriebswirtin(VWA)

Beratung für kassenärztliche Honorarabrechung
Guttenberger Praxismanagement