15.02.2014 - INTERNET: ABWEHRMASSNAHMEN GEGEN NEGATIVBEWERTUNG VON ÄRZTEN

 

 

Bewertungen von Ärzten und deren Dienstleistungen in Internet-Foren für Arztempfehlungen bergen besondere Chancen und Risiken. Die Chance ist, dass viele Bewertungen die Präsenz und die Aufmerksamkeit z.B. einer Homepage oder einer Praxis erhöhen und das Suchergebnis bei den gebräuchlichen Suchmaschinen im Sinne einer höheren Trefferquote verbessern können. 

Allerdings stellt sich die Frage, welche Abwehrmaßnahmen ergriffen werden können, falls eine Bewertung schlecht ausfällt und man sich hiergegen zur Wehr setzen will.

Ärzte, die sich durch Internetbewertungen in ihren Rechten verletzt sehen und negative Folgen für das Ansehen der Ärzte oder des Praxisbetriebs befürchten, sind nicht völlig ohne Rechte gegenüber dem Urheber der Schlechtbewertung.

Je nach Fallgestaltung steht negativ bewerteten Ärzten ein zivilrechtlicher Unterlassungsanspruch gegen den Betreiber der Internetplattform zu.

Allerdings werden sich betroffene Ärzte und Zahnärzte gegebenenfalls staatsanwaltlicher Hilfe bedienen müssen und erst im Wege der Akteneinsicht Kenntnisse über die Urheber der Schlechtbewertung einholen können.

Davon unberührt bleibt weiterhin die Chance oder das Risiko von guten wie schlechten Meinungsäußerungen im Internet, gegen die schwerlich angegangen werden kann.

 

Janine Schmitt
Rechtsanwältin
für Medizinrecht
Rödl & Partner Nürnberg