15.08.2013 - KONSEQUENZEN AUS DER NEUEN BEDARFSPLANUNG

 

 

1.) Anpassung der Verhältniszahlen
- Pädiater
Bisher wurde auf die Zahl aller Einwohner im Planungsbereich aufgebaut. Neu: Basis bilden ausschließlich die im Einzugsbereich wohnenden Kinder unter 18 Jahren.
Folge: Teilentsperrungen von 17 bayerischen Landkreisen mit vermutlich hohem Anteil junger Familien.

- Frauenärzte
Auch bei den Gynäkologen wird in Zukunft nicht mehr auf die Gesamteinwohnerzahl im jeweiligen Planungsbereich Bezug genommen; sondern auf die Zahl der Frauen.
Folge: nunmehr 22 teilentsperrte Planungsbereiche in Bayern


2.) Planungsbereiche
- Gesonderte fachärztliche Versorgung (u.a. Neurochirurgen, Nuklearmediziner, Strahlentherapeuten, Physikalische- und Reha-Mediziner)
Planungsbereich = der KV-Bereich; z.B. ganz Bayern.
Zumindest theoretisch können Praxen in ganz Bayern vom aktuellen zu einem x-beliebigen anderen Standort verlegt werden. Dies verbessert manchmal die Veräußerbarkeit einer Praxis erheblich. Andererseits wurden die Zulassungsausschüsse bei der Entscheidung über eine Praxisverlegung rechtlich gestärkt. In Zukunft werden bei einer Praxisverlegung aus dem bisherigen Einzugsgebiet heraus schlüssige Antworten erforderlich sein, dass die Versorgung a) am bisherigen Standort nicht beeinträchtigt und/oder
b) am neuen Standort verbessert wird.


- Spezialisierte fachärztliche Versorgung (u.a. Anästhesisten, fachärztlich tätige Internisten, Radiologen)
Planungsbereiche sind nun die Raumordnungsregionen.
z.B. gibt es in Mittelfranken statt bisher 12 Planungsbereiche nur noch 2; Region Westmittelfranken sowie Industrieregion Mfr.
Insbesondere für Anästhesisten, die als üBAG's bisher in mehreren Planungsbereichen Standorte hatten, könnten sich Verwaltungsvereinfachungen ergeben. Praxen dieser Fachrichtung könnten in bisherigen Randgebieten tendenziell an Wert gewinnen.


- Hausärztliche Versorgung
Von den bisher starren politischen Landkreis- oder Stadtgrenzen ist man abgewichen. Man hat wohl im Rahmen der Mittelbereiche, mehr die "Laufwege" und das Einkaufs- und Versorgungsverhalten der Patienten berücksichtigt.
Am Beispiel des Landkreises Erlangen-Höchstadt: der östlich an Erlangen angrenzende Landkreisteil hat versorgungstechnisch wenig mit dem westlichen Teil gemeinsam.Bei  der künftigen Planung gibt es somit den Planungsbereich Herzogenaurach. Dazu gehören ein paar angrenzende Orte. Andere Teile des Landkreises wurden vorrangig Erlangen zuschlagen. Folge: Herzogenaurach mit 5 freien Kassenzulassungen.
Z.B. Stadt Nürnberg; ursprünglich hatte man vermutet, dass Nürnberg kleinteiliger beplant werden könnte. Dies ist aber nicht erfolgt. Zu Nürnberg zählen nun sogar Orte wie Zirndorf, Oberasbach (aus dem Lkr. Fürth) oder Altdorf, Burgthann (Lkr. Nürnberger Land) und Orte aus den Landkreisen Roth und Forchheim.
 --> bisher schwer oder nicht veräußerbare Praxen in den nun Nürnberg zugeschlagenen Bereichen rücken mehr in den Fokus interessierter Betrachter.
--> auch durch solche teilweise gravierenden Veränderungen der Planungsbereiche sind wie von Geisterhand geführt freie Kassenarztsitze entstanden. Daraus wiederum entstehen Entwicklungschancen für Wachstumspraxen und Niederlassungswillige.

 

Herbert Schönweiß
Ärzteberater/Praxisvermittler
Dr. Meindl & Collegen AG