15.08.2013 - UMSATZSTEUERRECHTLICHE BEHANDLUNG

 

 

Die Umsatzsteuer nimmt bei den Ärzten einen immer größeren Stellenwert ein. Grundsätzlich erbringt der Arzt Leistungen, die von der Umsatzsteuer (§ 4 Nr.14 UStG) befreit sind. Dies gilt jedoch nur dann, wenn es sich um eine Heil- oder eine Vorsorgebehandlung handelt (vorrangiges Motiv). In beiden Fällen muss zwingend ein konkreter Krankheitsbezug vorliegen.

Schwierig wird es immer dann, wenn ein und dieselbe Behandlung sowohl umsatzsteuerfrei als auch umsatzsteuerpflichtig sein kann. Beispielsweise kann bei den Dermatologen das Entfernen von Leberflecken, Papeln, Besenreißern und Alterswarzen kosmetisch oder eben krankheitsbedingt sein. Gleiches gilt für den plastischen Chirurgen oder für bestimmte Leistungen der Gynäkologen. Um die Umsatzsteuerbefreiung zu erlangen muss der Arzt in der Patientenakte eine eindeutige Dokumentation des therapeutischen Motivs vornehmen. Darüber hinaus muss er in der Buchhaltung eine eindeutige (!) Zuordnung von umsatzsteuerfreien und umsatzpflichtigen Leistungen gewährleisten. Dies gelingt am besten, wenn getrennte Rechnungskreisläufe für die jeweiligen Leistungen angelegt werden.
Eine genaue Zuordnung muss auch bei Umsätzen aus Gutachtenerstellung erfolgen. Viele Gutachten sind umsatzsteuerpflichtig, da sie für einen Kostenträger erstellt werden und lediglich die Frage der Kostenerstattungsfähigkeit zum Ziel haben. In der Vergangenheit wurde der Umsatzsteuerpflicht oftmals nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt. Das gilt sowohl für den Steuerberater, als auch für die Finanzverwaltung. Mittlerweile ist die Prüfung umsatzsteuerpflichtiger Sachverhalte eines der Schwerpunktthemen bei Betriebsprüfungen. Dies kann sehr schnell zu erheblichen Mehrbelastungen führen.
Bei geringfügigen Umsätzen (bis € 17.500,- im Jahr) kann der Arzt zwar von der sogenannten Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen, so dass es faktisch zu keiner Umsatzsteuerbelastung kommt. Ob diese Grenze nicht überschritten wird, muss jedoch genau geprüft werden.
Die Überprüfung sollte am besten jährlich mittels einer Checkliste durchgeführt werden. Eine allgemeine Checkliste zur Umsatzsteuer bei Ärzten und eine spezielle Checkliste für Dermatologen kann per Email ( troeger@fp-steuern.de) angefordert werden.

 

Michael Friebe
Dipl.-Kaufmann, Steuerberater

friebe und partner Steuerberater