15.05.2013 - EHEGATTEN-ARBEITSVERHÄLTNIS

 

 

Nicht selten fällt der Spruch, dass die Ehefrau steuerlich nicht absetzbar sei. Richtig ist aber, dass Ehegatten-Arbeitsverhältnisse bei richtiger Gestaltung und Durchführung durchaus steuerlich vorteilhaft sein können.

Stellt der selbständige Arzt seine Ehefrau in der Praxis an, dann kann er ihr einiges zuwenden, z.B.:

- einen steuerfreien Zuschuss zu den  Kindergartenbeiträgen,
- einen Sachbezug von 44 EUR mtl., z. B. einen Benzingutschein,           
- die Erholungsbeihilfe pro Jahr, für sie i. H. v. 154,00 EUR und je Kind 52,00 EUR
- eine betriebliche Altersvorsorge in  Höhe von derzeit 2.784 EUR pro Jahr,
- ein Auto als weiteren Lohnbestandteil
  und

die Ehefrau hat einen Werbungskostenpauschbetrag von 1.000 EUR, so dass sich auch direkt bei der Einkommensteuer ein weiterer Vorteil ergibt.

Sie sehen, man hat schon etwas Gestaltungsspielraum. Aus diesem Grunde nehmen Steuer- wie auch Sozialversicherungsprüfer Ehegatten-Arbeitsverhältnisse sehr kritisch unter die Lupe!

Wer seinen Ehegatten in der Praxis anstellt, sollte Folgendes dringend beachten:

1. Es sollte ein schriftlicher Arbeitsvertrag geschlossen werden, in dem insbesondere die Arbeitszeit, die Tätigkeit, der Urlaubsanspruch, die Kündigungsfrist und die Höhe des Gehalts sowie etwaige weitere Gehaltsbestandteile und Sonderzahlungen geregelt sind.

2. Das Gehalt sollte fremdüblich sein, also auch nicht überhöht.

3. Das Gehalt sollte überwiesen werden, sicherheitshalber auf ein Konto, über das nur der Arbeitnehmer-Ehegatte verfügt.

4. Die Gehaltszahlungen sollten pünktlich erfolgen.

Grundsätzlich können Sie sich immer daran orientieren, dass das Ehegatten-Arbeitsverhältnis so ausgestaltet und durchgeführt werden sollte, wie mit einem fremden Dritten, d.h. es muss dem sogenannten Fremdvergleich standhalten.

Wichtig:           
Die vereinbarten Tätigkeiten des angestellten Ehegatten müssen über die üblichen familiären Hilfsleistungen hinausgehen. Tätigkeiten wie z.B. die Entgegennahme von Telefonaten und Erledigung der Post reichen nicht aus.

Kürzlich wurde ein Ehegatten-Arbeitsverhältnis von einem Zahnarzt mit seiner Ehefrau, die von zu Hause aus arbeitete, nicht anerkannt, weil im Arbeitsvertrag nur eine monatliche Arbeitszeit von 45 Stunden festgelegt worden war und von der Ehefrau keine Stundenzettel erstellt worden sind, aus denen hervorging, wann die Ehefrau welche Tätigkeit verrichtet hat. Es war zu keinem Zeitpunkt strittig, dass die Ehefrau die Arbeitsleistung erbracht hatte. Das Finanzgericht hat die Nichtanerkennung des Arbeitsverhältnisses durch das Finanzamt bestätigt.

Fazit:    
Ein Ehegatten-Arbeitsverhältnis bietet einiges an Gestaltungsmöglichkeiten und damit verbundenen Vorteilen. Es ist jedoch wichtig, sich genauestens an die Vorgaben zu halten. Bevor Sie Ihren Ehegatten anstellen, empfehle ich Ihnen, auf jeden Fall mit Ihrem Steuerberater zu sprechen, damit bei Ihnen von Anfang an alles richtig läuft.

 

Sabine Steinhäuser
Dipl. Betrw. (FH) Steuerberaterin
Wirtschaftsmediatorin Vermögens- und Finanzplanung

Beraterkanzlei Steinhäuser Hümmer