20.12.2011 - NEUE GOÄ IN 2013?

 

 

Die neue zahnärztliche Gebührenordnung (GOZ) ist beschlossen und wird zum 01.01.2012 in Kraft treten. Nach Aussagen der Bundesregierung sei mit der Neufassung ein Honorarplus von ca. 6 % für die Zahnärzte verbunden.

Auf Empfehlung des Finanzausschusses hat der Bundesrat der neuen GOZ u.a. mit der Forderung zugestimmt, dass deren finanzielle Auswirkung im Jahr 2015 überprüft wird. Sollte sich dabei herausstellen, dass das tatsächliche Honorarplus über 6% liegt, wäre wohl eine entsprechende Anpassung nach unten die Folge, nachdem der Finanzausschuss des Bundestages als auch die Länder (als Träger der Beihilfestellen) eine Kostensteigerung über diesen besagten 6% offen als „nicht sachgerecht“ ansehen. Und diese Einschätzung vor dem Hintergrund, dass die letzte Bewertungsanpassung der GOZ aus dem Jahr 1988 stammt. Unglaublich, schafft der Verordnungsgeber mit einer solchen „Überprüfung“ doch ein Instrument für eine künftige Deckelung der Kosten durch die Hintertür!

Es wird nun abzuwarten sein, wie die jüngst wieder aufgenommenen Verhandlungen zur Novellierung der GOÄ diese Fingerzeige einordnen werden und ob es der Bundesärztekammer gelingt, ihr Konzept einer neuen GOÄ durchzusetzen. Auf dem 3. Kongress der Privatmedizin in Köln hat jedenfalls Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe und Vorsitzender des Ausschusses „Gebührenordnung“ bei der Bundesärztekammer (BÄK) eine Lanze dafür gebrochen, dass solche „Regulative“ wie diese nun bei der GOZ Einzug gefunden haben, keinen Zugang in die neue GOÄ finden dürfen.

Die neue GOÄ nach dem Konzept der BÄK sieht 4.065 Gebührenpositionen vor (bisher 2.916). Wann Sie und damit auch wir eine detaillierte Einsicht in die „neue GOÄ“ erhalten werden, konnte uns Dr. Windhorst auch nach kritischer Nachfrage nicht beantworten. Noch ist die neue GOÄ „Geheimsache“, vor allem wohl deshalb, um der PKV möglichst spät die Möglichkeit zu geben, den Vorschlag der BÄK zu „zerreden“.

Außerdem scheinen auch die künftige Bewertung der Leistungen und deren finanzielle Gesamtauswirkung auf Leistungserbringer und Kostenträger noch nicht abgeschlossen. Dr. Windhorst äußerste sich aber zuversichtlich, dass die Ärzteschaft ab 01.07.2013 über eine neue GOÄ abrechnen dürfen, dann wohl auch mit einem ordentlichen Honorarplus, welches aber erwartungsgemäß weit hinter einem tatsächlichen Inflationsausgleich zurückliegen wird.

 

Joachim Zieher
Geschäftsführender Gesellschafter

Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH

Abrechnungsexperte

Seit 1996 im Dienste des Arztes