25.05.2011 - NEUES VON DER KOSTENERSTATTUNG

 

Obwohl die Kostenerstattung für GKV-Versicherte als Alternative zum Sachleistungsprinzip bereits seit 2004 möglich ist, hat sich kaum ein Kassenpatient hierfür entschieden. Dies lag u. a. auch daran, dass für die Teilnahme an der Kostenerstattung der Patient durchaus beschwerliche bürokratische Hürden überwinden musste. Zum 01.01.2011 wurden diese Hürden für die Patienten und die Ärzte etwas erleichtert.

So gilt für die Kostenerstattung nur noch eine Bindungsfrist von mindestens einem Kalendervierteljahr (bisher 1 Jahr). Auch dürfen die Kassen für den durch die Kostenerstattung entstandenen Verwaltungsaufwand nur noch Abschläge in Höhe von maximal 5% vornehmen.

Was bleibt ist die wirtschaftliche Aufklärungspflicht durch den Arzt, da dem Patienten durch die Kostenerstattung eventuell nicht von seiner Krankenkasse gedeckte Kosten entstehen können, die er dann selbst tragen muss. Dies müssen Sie gegenüber dem Patienten aber nicht mehr schriftlich bestätigen.

Ob diese „Erleichterungen“ eine Renaissance der Kostenerstattung bei den GKV-Patienten bedeuten könnte bleibt indes fraglich, da das gesamte Erstattungswesen weiterhin für Patient und Arzt undurchsichtig bleibt und damit auch für den aufgeschlossensten Patienten ein unkalkulierbares Kostenrisiko besteht.

 

Joachim Zieher
Geschäftsführender Gesellschafter

Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH

Abrechnungsexperte

Seit 1996 im Dienste des Arztes