01.02.2017

PKV will GOÄneu...
..."endlich" auf den Weg bringen

Es scheint ruhig geworden zu sein um das Thema „GOÄneu“, aber hinter verschlossenen Türen laufen die Beratungen zwischen Ärzteschaft und PKV weiterhin auf Hochtouren.

Jetzt hat der PKV-Verband in einem Interview mit der Ärztezeitung (Ausgabe  vom  18.01.2017) deutlich formuliert, dass man zu Beginn der nächsten Legislaturperiode unbedingt eine neue GOÄ als Abrechnungsbasis für Privatpatienten haben möchte und bereits auf dem nächsten Deutschen Ärztetag im Mai ein zwischen BÄK und PKV/Beihilfe abgestimmter Vorschlag verabschiedet werden könnte.

Es stellt sich die Frage, welche Ziele die PKV verfolgt, wenn sie so sehr auf eine neue GOÄ drängt. Schließlich würden mit einer GOÄneu nach Willen der Ärzte erhebliche Mehrausgaben für die PKV verbunden sein. Womöglich verspricht man sich bei PKV/Beihilfe durch eine (vermeintlich) einfachere GOÄ auf der administrativen Seite ein so hohes Einsparpotential, das die zu erwartenden Mehrausgaben deutlich übersteigen würde.

Ob durch den geplanten neuen Paragraphenteil (auch hinsichtlich der erschwerten Möglichkeit der Faktorerhöhung) und den ansonsten im Gebührenteil geplanten Regel-Änderungen bei (allen) Ärzten tatsächlich mehr ankommt, bleibt indes abzuwarten. Die individuellen Auswirkungen können aber natürlich erst „bewertet“ werden, wenn alle Informationen auf dem Tisch liegen.

Und mit der Einführung einer neuen GOÄ haben die PKV-Unternehmen auch den notwendigen Anlass, ihre „in die Jahre gekommenen“ Versicherungsbedingungen anzupassen (gerade auch für laufende Verträge). Welche Leistungsbereiche bei der Gelegenheit gleich mit geändert werden, wird man abwarten müssen. Ich erwarte jedenfalls, dass man bei der Gelegenheit zumindest die Erstattungsbedingungen für stationäre Behandlung in Privatkliniken oder für die Erstattung von Wahlleistungen an die aktuellen Entwicklungen anpassen will. Das dahinterstehende Ziel wird sicherlich „Kostendämpfung“ sein.

Warum die PKV so sehr auf eine neue GOÄ drängt? – Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Joachim Zieher
Geschäftsführender Gesellschafter
Dr. Meindl u. Partner Verrechnungsstelle GmbH
Abrechnungsexperte seit über 20 Jahren im Dienste des Arztes