Entbudgetierung – ja, aber wie?
Es ist sicher positiv zu betrachten, dass die primärärztliche Versorgung nicht mehr budgetiert ist, so wie sie auch für die konsekutiv auf Überweisung im fachärztlichen Bereich angewendet wird. Darunter fallen zusätzlich noch Leistungen, die sich auch über die Rufnummer 116117 ergeben.
Doch wieder grüßt die Bürokratie: Wie soll denn das umgesetzt werden? Obwohl jeder Verantwortliche weiß, dass bis zu 25 % der ärztlichen Mammutleistungen auf bürokratische Tätigkeiten entfallen, entsteht auch hier wieder ein großes „Bürokratie-Monster“ mit kleiner Wirkung. Macht der dadurch betroffene Arzt jedoch keinen Gebrauch, wird ihm höchstwahrscheinlich Desinteresse an der (teilweisen) Entbudgetierung unterstellt.
Interessant zu diesem Thema ist die Warnung des KV-Chefs Rochell aus Bremen, dass die künftige Entbudgetierung (ist ja noch nicht in Kraft, wie wir wissen) nicht zu kompliziert oder bürokratisch werde, „denn dann sehe ich ein Frühverrentungsprogramm für kleine Praxen“, da dann viele hinschmeißen könnten. Hausärzte erwarten nun „zu Recht gute Abschlüsse“.
Es wird noch krasser: Kassenseitig wird ein Modell mit 13 Kriterien, welche zu dem noch unterschiedlich gewichtet werden, aufgeführt. Bürokratie-Monster!!!
Dr. rer. pol. Rudolph Meindl
– Diplomkaufmann –
Sachverständiger für die Bewertung
von Arzt- und Zahnarztpraxen
Über 58 Jahre im Dienste der Ärzte